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Süßes Früchtchen mit EU-Schutz
copyright Donau Tourismus - Steve Haider
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Süßes Früchtchen mit EU-Schutz - Die Wachauer Marille. Die unvergleichlich süße und pralle Wachauer Marille genießt als Begriff und Produkt seit 1996 EU-Schutz. Seit September 2006 darf sich die sonnenverwöhnte Kulturlandschaft des Weltkulturerbe Wachau auch „Genussregion Wachauer Marille“ nennen. Die Wachau hat sich somit neben ihrem Ruf als Weinbaugebiet von Weltrang auch als Obstgarten einen Namen gemacht, der sich jedes Jahr im Frühling in ein duftig rosa-weißes Blütenmeer verwandelt.

Spitz, 13. Dezember 2007. Wer Marillen, mancherorts auch Aprikosen genannt, aus verschiedenen Regionen probiert, erkennt die Besonderheit der Wachauer Marille sofort: Sie sieht nicht nur hübsch prall aus, sondern schmeckt auch ausnehmend süß, saftig und ausgeprägt nach Marille. Deshalb wurde sie 1996 auch unter dem Namen Wachauer Marille EU-geschützt.


Herkunft der Wachauer Marille

Die „Wiege“ der Marille liegt in China. Dort kultivierte man die Frucht bereits vor 4.000 Jahren. Jüngeren Forschungen zufolge dürfte die Marille allerdings nicht erst durch die Römer in den Donauraum gelangt sein, sondern über den Pontus und den Donauweg – vermutlich nach der Mitte des 1. Jahrhunderts – zur gleichen Zeit, als die Frucht den Weg von Asien nach West- und Südeuropa angetreten hat. Dass im Donauraum bereits zur römischen Zeit Obstbau betrieben wurde, geht eindeutig aus der Gedenkschrift des Eugippius „Vita S. Severini“ über den Hl. Severin hervor.


Werdegang der Wachauer Marille

Früher diente die Wachauer Marille der Eigenversorgung. Erst im 19. Jahrhundert begann man, sie kommerziell zu verwerten. Die Einnahmequelle Wein war zu jener Zeit gerade durch den Reblaus-Befall gefährdet. Obstbau-Fachleute und Baumschulen entwickelten aus einem vielfältigen Sortengemisch die Klosterneuburger Marille, die auch heute noch dominante Sorte.


Die Marille im Wandel der Geschichte

Im 20. Jahrhundert wurde der Höhenflug der Wachauer Marille zweimal gestoppt. Der 2. Weltkrieg brachte den Verkauf zum Erliegen. In den 70er Jahren konkurrenzierten andere Obstsorten die Marille so stark, dass die Preise in den Keller fielen und viele Obstbauern den Marillen-Anbau beendeten. Heute erlebt der Anbau der Wachauer Marille eine Renaissance: in der Wachau werden etwa 20 verschiedene Sorten angebaut, wobei 167 Wachauer Marillenanbauern derzeit im „Verein zum Schutz der Wachauer Marille“ für die Herkunft und die einzigartige Aroma- und Geschmacksqualität garantieren.


Gütesiegel Original Wachauer Marille

Grund für die besondere Qualität der EU-geschützten Wachauer Marille ist das unverwechselbare Klima, der Boden und vor allem das Zusammentreffen verschiedener Klimate. Die damit verbundenen großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, speziell in der Reifephase, haben einen direkten Einfluss auf Geschmack, Aroma und Gehalt der Frucht.


Marillenblüte

Rund 150.000 Marillenbäume verwandeln die Wachau jeden Frühling in ein duftiges rosa-weißes Blütenmeer. Besonders beeindruckend ist dieses Erlebnis auf der Strecke zwischen Rossatz und Arnsdorf. Hier reihen sich die bezaubernden Bäume besonders dicht aneinander. Empfehlenswert ist eine Schiffsreise durch die Wachau oder eine Radtour, die blühende Landschaft kann wunderbar auch bei einem Picknick zwischendurch genossen werden.


Marillenernte

Der Juli steht in der Wachau ganz im Zeichen der Marillenernte. Überall entlang der Hauptstraße sind dann farbenfrohe Stände aufgebaut, wo man pflückfrische Marillen kaufen kann. Geerntet werden die vollreifen Früchte in sorgfältiger Handarbeit mit dem Wachauer Marillenzistel, dem traditionellen Pflückkorb für die Marille. Durch seine schmale und spitz nach unten zusammenlaufende Form kann mit dem Zistel einfacher in den hohen Bäumen geerntet werden, und der Druck auf die unten im Pflückkorb liegenden Marillen wird dadurch nicht zu groß.


Marillenkulinarik

Egal, ob frisch vom Baum, in Knödeln, in Kuchen und Strudeln, als Marmelade, Kompott oder als fruchtig köstlicher Edelbrand – die Wachauer Marille lässt ihrem Genießer das Wasser in jedem Fall im Munde zusammenlaufen und steht in vielen Landgasthäusern und auch in der gehobenen Gastronomie der Wachau am Speiseplan. Besonders berühmt für ihre Marillen-Spezialitäten sind unter anderem das Gasthaus Jell in Krems und das Landhaus Bacher in Mautern.


Marillenfeste

Beim traditionellen Spitzer Marillenkirtag wird der Wachauer Marille seit mehr als 50 Jahren jeden Sommer mit einem eigenen Fest gehuldigt. Flaumige Marillenknödel, fruchtige Marillenbowle und edelster Marillenbrand erfreuen jedes Jahr Ende Juli die Gaumen der Besucher. Zu den Höhepunkten des Programms zählt der traditionelle Festzug von König Marillus und Prinzessin Aprikosia, die durch den Ort führt und in die Verleihung der Goldenen Marille mündet. Mit überlieferten Volkstänzen und Liedern klingt die zweitägige Feier aus. Ebenfalls Ende Juli feiert man in Krems unter dem Motto Alles Marille.


Flüssige Marille

Hausgemachte Marillenschnäpse und köstliche Marillenliköre werden in den meisten Wirtshäusern der Wachau angeboten. Traditionsreiche Wachauer Unternehmen haben sich auf die Herstellung hochwertiger Destillate und Liköre spezialisiert: die Destillerie Hellerschmid und Bailoni. Gegen Voranmeldung kann man die Betriebe kostenlos besichtigen und auf Anfrage auch an Verkostungen teilnehmen.


Marillensouvenir

Die zahlreichen Marillenprodukte in guter Qualität sind beliebte Mitbringsel von einer Wachau-Reise. Von der erstklassigen Marmelade, den köstlichen Chutneys über edle Liköre und Destillate bis zu feinster Marillen-Naturkosmetik reicht die Palette der typischen Produkte, die in den in verschiedenen Shops in der Wachau verkauft werden.
 
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